Interview mit Erica und Simone

Liebe Erica und Simone,

Ich würde gerne mit Euch ein kurzes Interview machen über die wöchentlich stattfindende Wohnbegleitung. Geht das für Euch in Ordnung?


Ihr macht 3x im Monat je 4 Stunden zusammen Wohnbegleitung, ein Teil davon ist das Erledigen des Haushalts. Wie teilt Ihr Euch für diese Arbeit ein? Ist der Arbeitsablauf immer gleich oder wechselt Ihr Euch bei den anfallenden Arbeiten ab?


"Beim Haushalten wechseln wir uns ab, so dass alles geübt werden kann. Meistens beginnt eine von uns mit dem Badezimmer und der Toilette und die andere mit dem Abstauben und der Bodenreinigung. Es gibt auch Aufgaben, die wir zusammen erledigen: Reinigung der Waschküche, der Fenster oder das Reinigen der Schränke innen und Sortieren von alter Ware und deren Entsorgung, vor allem im Küchenbereich."

Erica erzählt aus ihrem Leben


Erica und Simone - stabain, die-wohnbegleitung in Bäretswil

Erica und Denise im Züri Zoo.

Oft kocht Ihr auch ein Menü zusammen. Wie plant Ihr dies? Kauft Ihr vorher die nötigen Esswaren ein? Besprecht Ihr das Menü im Voraus?


"Ja, wir besprechen das Menü und schreiben den Einkaufszettel immer im Voraus. Wöchentlich wechseln wir uns für den Einkauf der Zutaten ab. Die Esswaren werden bis spätestens 1 Tag vor der Wohnbegleitung eingekauft. Wenn dies auch noch in die Wohnbegleitungszeit fallen würde, wäre die Zeit zu knapp für die restlichen Erledigungen."

Nach dem Kochen esst Ihr zusammen. Wie ist das für Euch?


"Diese Zeit geniessen wir sehr. Das Essen ist praktisch immer sehr fein. Wir kochen gesund und ausgewogen. Während dem Essen haben wir Zeit für Gespräche und auch für den Austausch von schwierigeren Themen. Aber meistens sind wir guter Dinge und haben es lustig..."

Manchmal gibt es auch Aufgaben, die ausser Haus zu erledigen sind. Was sind das für Angelegenheiten?


"Dies sind z.B. Arzttermine wahrnehmen. Diese müssen wir aber zuvor auch planen. Dazu gehört auch der Gang zur Post, Bank oder zur Apotheke. Dort müssen wir schauen, dass immer die aktuellen Medikamentenrezepte hinterlegt sind. Einkäufe sowie Essensvorrat, Wohneinrichtungsware oder spezielle Kleidereinkäufe sind auch auf dem Programm. Nach den Besorgungen trinken wir meistens einen Kaffee oder Tee in einem Restaurant."

3 bis 4x im Jahr unternehmt Ihr etwas zusammen. Was für Ausflüge macht Ihr und wie organisiert Ihr diese?


"Diese besprechen wir gemeinsam im Vorfeld. Vor noch nicht langer Zeit waren wir auf einer Schifffahrt. Nächstens würden wir gerne einen Markt und den Zoo besuchen. Ein Bummeln durch die IKEA steht auch auf der Liste. "

Die letzte Frage: Was für ein Feedback gebt Ihr einander?


Erica: "Ich mag Simone gerne, weil sie eine lustige und sehr herzliche Person ist. Ich freue mich immer sehr, wenn sie zu mir nach Hause kommt. Ich umarme sie gerne."
Simone: "Mir bereitet es sehr viel Freude, Erica zu begleiten und sie zu unterstützen. Dabei zu erfahren, wie sie aufblüht und grosse Fortschritte macht. Das soziale Wirken mit Menschen erfüllt mich. "

Vielen Dank, dass Ihr Euch ein paar Minuten für das Interview Zeit genommen habt und dass ich ein paar tolle Fotos von Euch machen durfte.

Eure Sandra

stabain bietet Hilfe beim Entrümpeln der Wohnung und Neuumzügen an. Und noch vieles mehr...

Erfahrungsbericht: Die Wohnbegleitung stabain unterstützt Jörg bei der Bewältigung seines Alltags 

Wie kam es dazu:

Ich heisse Jörg. H. und habe seit Geburt eine Beeinträchtigung. Seit vielen Jahren beziehe ich eine IV-Rente und arbeite in einer geschützten Werkstätte im Zürcher Oberland. Von 2016 bis 2019 wohnte ich alleine ohne Unterstützung in einer 3-Zimmer Wohnung in Bäretswil. In dieser Zeit fühlte ich mir sehr einsam und mit vielem überfordert. Ich hatte keine Bezugsperson, mit der ich meine Anliegen teilen konnte. Davor wohnte ich im Kanton St. Gallen und wurde einmal wöchtentlich für zwei Stunden durch die Pro Infirmis begleitet.
In Bäretswil hätte ich in diversen Bereichen Hilfe benötigt. Beispielsweise beim Haushalten, beim Aufräumen und Entsorgen meiner Waren, die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben. Ich war und bin immer noch ein Sammler und kann schlecht etwas wegwerfen oder in die Brocki bringen. Ich habe auch viele Gegenstände meiner Mutter übernommen, obwohl ich schon alles hatte. Das heisst, ich hatte viele Haushaltgeräte, Geschirr, etc. in zwei- bis dreifacher Ausführung. Mit der Zeit hatte ich es nicht mehr im Griff, was ich noch brauche könnte. Zudem haben sich sehr viele administrative Unterlagen über die Jahre angesammelt.


Vor dem Entrümpeln

Als ich ziemlich am Ende war, holte ich Hilfe bei Sandra Gassmann. Sie kannte ich schon etwa 20 Jahre. So kam sie bei mir vorbei und schaute die Situation vor Ort an. Wir nahmen Kontakt mit meiner Beiständin und der KESB auf. Nach einigen, klärenden Gesprächen war ich froh um die Wende in meinem Leben.

Mit Denise beim Sortieren und Einpacken der Ware

Sandra Gasmann, die Geschäftsführerin von stabain, organisierte eine sehr nette Wohnbegleiterin. Die Wohnbegleitung Denise kam 1x wöchentlich à 3 bis 4 Stunden vorbei, um mit mir meine Wohnung zu entrümpeln. Das Ziel war, bis Ende März 2019 1/3 meiner Ware zu entsorgen oder in die Brocki zu bringen. Meine Wohnbegleiterin und auch Sandra sind einige Male mit mir in die Brocki gefahren. Sandra`s Mann Rolf fuhr mit mir zusätzlich mit der ausgedienten Ware in die KEZO nach Hinwil. Anfänglich hatte ich Mühe die Ware wegzugeben, aber mit der Zeit und durch die Gespräche mit der Begleitung ist es mir immer leichter gefallen loszulassen. Gut war auch, dass ich mit zur Entsorgung oder in die Brocki gehen konnte. So konnte ich vor Ort sehen wo meine Ware hinging.

Ware bereit zum Entsorgen

Huu… geschafft, die Ware ist eingepackt und für den Umzug bereit

Jörg zeigt mit Stolz seine neu eingerichtete Wohnung